Raps

Wir säen den Raps Ende August. Er wächst 11 Monate auf unserem Acker bis er Mitte Juli, Anfang August geerntet wird. Doch nun alles der Reihe nach. Nach der Getreideernte säen wir bewusst in der Fruchtfolge nicht wieder eine Getreidesorte, sondern Winterraps, welcher als Kreuzblütler eine gewünschte Abwechslung in die Fruchtfolge bringt und den Boden mit seiner Pfahlwurzel anders beansprucht als Gräser. Das Öl vom Raps kommt zu 100% der menschlichen Ernährung zugute und passt daher hervorragend zu unserer Vision der Ressourceneffizienz.

Es ist die Kultur, welche unseren Boden am längsten beansprucht. Raps überwintert also im Boden und fängt im Frühling beim Vegetationsstart an zu wachsen. Im April/Mai blüht der Raps herrlich gelb. Der strahlende Farbton ist für die Menschen eine herrliche Augenweide. Für die Bienen ist der Raps ein Futterparadies. Für uns ist es darum selbstverständlich, dass wir dann keinen Pflanzenschutz mehr einsetzen, welcher die Bienen gefährden könnte.

Die Pflanze ist zum einen Selbstbestäuber innerhalb der Blüte und zum anderen ein Fremdbestäuber durch die Bienen oder andere Insekten.

Leider hat die Pflanze aber nicht nur Freunde, sondern auch diverse Schädlinge, welche die Pflanzen befallen können. Bei der Saat sind es die Schnecken, nachher die Stängelrüssler und der wichtigste, die Glanzkäfer kurz vor der Blüte. Wir bekämpfen sie alle nur gezielt und nur dann, wenn die Schadschwelle überschritten ist, also erst dann, wenn auch wir zum Doktor gehen würden, um uns ein Antibiotikum zu holen, weil wir zu stark erkrankt sind. Doch zuerst versuchen wir alles Mögliche zu tun, dass es gar nicht so weit kommt.

Vor dem Winter nimmt die Pflanze viele Nährstoffe auf, um die Wintermonate gut zu überstehen. Hier können wir unsere Hofdünger von den eigenen Tieren gezielt einsetzen.

Wenn die Schoten der Pflanze im Juli schön braun und trocken sind, kann die Ernte beginnen. Mit dem Mähdrescher wird die Pflanze abgeschnitten und die Maschine trennt die Körner vom Rest der Pflanze. Die Körner gelangen in einen Tank, der Rest der Pflanze bleibt auf dem Feld zurück und dient dem Boden für Humusaufbau mit organischem Material. Die Nährstoffe, welche in der Pflanze noch gespeichert sind, dienen der nächsten Kultur wieder als Teil der Wachstumsgrundlage.
 
Wir verarbeiten die Körner gleich im Nachbardorf zu kaltgepresstem Rapsöl. Bei unserem Rapsöl wird beim Pressvorgang nie 40 Grad (normal 50 Grad) überschritten. Dadurch erzielen wir zwar nur 30% Ausbeute (anstatt 40 bis 45%), dafür erhalten wir eine grössere Qualität (Qualität statt Quantität). Unser einzigartiger nussiger Geschmack des Rapsöles gibt uns hier recht.
 
Warum eigentlich Rapsöl konsumieren?

Das Öl enthält wenig gesättigte, dafür viele ungesättigte Fettsäuren. Zudem einen ausgewogenen Anteil an Omega 6 Fettsäuren (Linolsäure) und viele Omega 3 Fettsäuren (Alpha-Linolsäure).
Das Rapsöl ist reich an Vitamin E (41mg/100ml). Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Die empfohlene Dosis an pflanzlichen Ölen liegt bei 20 bis 30g pro Tag, davon mindestens die Hälfte an Rapsöl. Zwei Esslöffel Rapsöl à 10g decken 70 bis 80% des täglichen Bedarfes an Vitamin E ab und 100% an Omega 3 Fettsäuren (Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE).
 
Im selben Verhältnis wie wir Menschen uns gesund ernähren sollten, müsste auch eine nachhaltige Produktion stehen. Dies zu erreichen, ist eine weitere Grundlage der Vision von der Ranch Fair Beef.


 

 


Eiweisserbsen

Eigentlich würde ich lieber Konservenerbsen anbauen, doch leider ist der Anbau kontingentiert und es ist nicht so einfach als Produzenten aufgenommen zu werden. 

Trotzdem möchte ich nicht auf die Kultur verzichten, da es eine Leguminose ist. Das heisst die Leguminosen können mit Hilfe der Knöllchenbakterien, welche an der Wurzel der Erbsen im Boden sind, Stickstoff aus der Luft binden, und den Pflanzen verfügbar machen. Es braucht also keine zusätzliche Düngung. Wenn die Erbsen weiss blühen, sind sie für die Bienen ein Paradies.

Die Saat findet Mitte Oktober statt. Anschliessend wird das Unkraut noch chemisch mit Herbizid bekämpft, sodass die Keimlinge keine Konkurrenz haben. Dies ist die einzige Massnahme welche wir anwenden müssen. Im Frühling wachsen sie sobald es wieder wärmer wird. Die Bienen und andere Insekten übernehmen die Bestäubung und aus den Blüten entstehen Schotten in welchen sich die Körner befinden. Die Ernte erfolgt Mitte Juli mit dem Mähdrescher. Die geernteten Körner werden als Tierfutter verwertet. Im Jahr vor den Erbsen, wird Silomais auf der Parzelle angebaut. Die Erbsen passen also Ideal in die Fruchtfolge, da Mais ein Gras ist, und humus- und nährstoffzehrend ist. Die Erbsen gleichen dies also sofort wieder aus.

Weil nach der Ernte der Erbsen, von den Knöllchenbakterien viel Stickstoff zurück auf dem Feld bleibt, wird sofort eine Gründüngung (siehe Gründüngung) eingesät. Die neuen Pflanzen nehmen den vorhandenen Stickstoff auf und speichern ihn für die nächste Kultur. In unserem Fall ist das die Wintergerste.   


 

 

Gründüngung

Auch der Boden braucht mal eine Pause!!!

Meistes bleibt nach der Ernte der Hauptkultur das Feld eine bestimmte Zeit leer oder brach bis die nachfolgende Kultur gesät wird. Von daher ist es für uns ideal den Boden oder die Bodenlebewesen zu füttern. Dann säen wir eine Gründüngung. Die Pflanzen produzieren dann gratis mit der Hilfe von Sonnlicht, CO2aus der Luft und Wasser aus dem Boden, Traubenzucker für die Pflanzen und Bodenlebewesen, und Sauerstoff für alle Lebewesen. Diesen Vorgang nennt man Photosynthese. Wir tun also auch für unsere Luft etwas Gutes. 

Weitere Vorteile sind:

Schutz des Bodens vor ungünstigen Witterungseinflüssen, da die Oberfläche bewachsen ist.

  • Aktivierung und Ernährung der Bodenlebewesen
  • Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen welche von den Leguminosen aus der Luft gebunden werden.
  • Tiefe Bodenlockerung und -belüftung
  • Verbesserung der Krümelstruktur.
  • Aufnahme von freien Nährstoffen, welche in der Pflanzenmasse gespeichert und damit vor der Auswaschung zurückgehalten
    werden verhindern das Auswaschen von Nitrat ins Grundwasser.
  • Nährstoffe werden aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche geholt.
  • Schnittgut der Gründüngung bildet wertvolles Mulchmaterial welches durch die Bodenlebewesen zu Humus umgewandelt wird.
  • schön blühende Pflanzen welche als Futtergrundlage für viele Insekten dienen, inkl. Bienen.  

Wir achten darauf das die Mischung welche wir ansäen, möglichst vielfältig ist, um eine breite Artenvielfallt zu ermöglichen. Wir sind überzeugt das wir dem Boden auch mal Pausen geben müssen, damit sich das ganze System wieder erholen kann. Nur so werden unsere Böden auch für kommende Generationen fruchtbar bleiben. Dies ist ein wichtiger Schritt der regenerativen Landwirtschaft.